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Welt-Nichtrauchertag

Welt-Nichtrauchertag 2002

Pressemitteilung EURO/09/02
Kopenhagen und Bratislava, 31. Mai 2002

Anstoß zur Fußballweltmeisterschaft am Welt-Nichtrauchertag – die erste rauchfreie Fußballweltmeisterschaft

Am Welt-Nichtrauchertag, 31. Mai 2002, ertönt der Anpfiff zur ersten rauchfreien Fußballweltmeisterschaft. Aus diesem Anlass zeichnet das WHO-Regionalbüro für Europa Einzelpersonen und Organisationen aus der gesamten Region aus, die dazu beigetragen haben, dass ein Ja zum Sport ein Nein zum Tabak bedeutet.

Preisverleihung

Bei einer Feier in Bratislava, Slowakei, wird heute der WHO-Weltnichtraucherpreis 2002 verliehen. Dr. Marc Danzon, der WHO-Regionaldirektor für Europa, wird die Sieger des Jahres auszeichnen:

  • Peter und Pavol Hochschorner, Slowakei
  • Janica und Ivica Kostelic, Kroatien
  • Professor Raphael Oganov, Russische Föderation
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst Noord-Kennemerland, Niederlande
  • Schwedischer Reitsportverband
  • Türkische Stiftung für den Kampf gegen das Rauchen.

Alle haben sich im Kampf gegen den Tabak hervorgetan und insbesondere dazu beigetragen, dass ein Ja zum Sport ein Nein zum Tabak bedeutet.

Ja zum Sport, Nein zum Tabak

„Tabak und Sport passen ganz einfach nicht zusammen“, erklärt Dr. Danzon. „Sport steht für Gesundheit und Wohlbefinden. Tabak raubt Gesundheit.“

Die Zusammenarbeit zwischen dem Internationalen Fußballverband (FIFA) und der Weltgesundheitsorganisation ist eine von mehreren Partnerschaften, mit denen erreicht werden soll, dass die Tabakindustrie den Sport nicht mehr zu Werbezwecken und zur Vermarktung ihrer Produkte ausnutzen kann. Die erste rauchfreie Fußballweltmeisterschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch in Europa und anderswo treten Tabakunternehmen auch weiterhin als Sponsor vieler anderer Sportveranstaltungen auf. Das gilt für Disziplinen wie Golf, Snooker, Rugby und
Kricket. Jugendliche erliegen dem romantisierten Reiz des Rauchens besonders leicht, wenn sie damit den Gedanken an Sport verbinden, vor allem im Zusammenhang mit gefährlichen Disziplinen wie z. B. Autorennen.

Die neuesten Daten aus dem WHO-Bericht über Anti-Tabak-Maßnahmen in Europa zeigen, dass um die 30% der 15–18-jährigen Europäer rauchen. Die Jugendlichen, die bereits in diesem Alter zur Zigarette greifen, rauchen mit einiger Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene. Überall in der Region sind die Raucherzahlen unter Jugendlichen weitaus weniger geschlechtsspezifisch ausgeprägt als bei den Erwachsenen. Ganz entgegen früheren Trends rauchen Mädchen im Teenageralter mehr oder annähernd gleich viel wie die Jungen. Junge Mädchen sind tatsächlich immer stärker gefährdet, denn inzwischen findet man in vielen Ländern unter den 15–17-Jährigen mehr Raucherinnen als unter den erwachsenen Frauen.

Die Tabakunternehmen behaupten, dass Jugendliche für sie keine besondere Zielgruppe seien, zugleich sorgen sie aber dafür, dass Sponsortätigkeit und Werbung bei Veranstaltungen, die von Jugendlichen besucht werden und für diese interessant sind, bestens gedeihen. Mannschaftstrikots und Mützen, Taschen und T-Shirts, Autos und Sportgeräte tragen oft Logos der Tabakmarken. Dieses Muster breitet sich von West nach Ost aus, da die Industrie neue Märkte zu erschließen sucht. Hinzu kommt, dass die Verquickung von Sport und Tabak letzterem alle positiven Eigenschaften des Sports verleiht: Stärke, Tempo, Anmut, Erfolg, Spaß und Spannung.

Auf der vor kurzem abgehaltenen ministeriellen WHO-Konferenz zum Thema Tabak erklärten führende europäische Politiker ihre Unterstützung für Anti-Tabak-Maßnahmen in Europa, die auch ein Werbeverbot beinhalten. Dr. Danzon erklärt: „Die Erklärung von Warschau war ein Meilenstein der europäischen Anti-Tabak-Politik und machte Europa den Weg frei für eine starke Rolle in den Verhandlungen um den weltweit ersten „Gesundheitsvertrag“, das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen.“

Anhang 1

Weltnichtraucherpreis 2002 – Europäische Sieger

Die WHO verleiht jedes Jahr den Weltnichtraucherpreis für wesentliche Leistungen bei der Umsetzung von Anti-Tabak-Maßnahmen und für die erfolgreiche Durchführung von nationalen oder regionalen Nichtraucherkampagnen. Für den Welt-Nichtrauchertag 2002 hat die WHO das Thema Ja zum Sport heißt Nein zum Tabak gewählt. Mit dem Slogan „Sauberes Spiel“ arbeitet die WHO darauf hin, im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen die Sponsortätigkeit der Tabakindustrie zu unterbinden. Außerdem zielt die Kampagne darauf ab, Sportveranstaltungen „rauchfrei“ zu machen und Sportler zu ermutigen, als Rollenmodelle für ein Leben als Nichtraucher aufzutreten.

Mit dem Weltnichtraucherpreis 2002 ausgezeichnet werden:

  • Peter und Pavol Hochschorner, Slowakei
  • Janica und Ivica Kostelic, Kroatien
  • Professor Raphael Oganov, Russische Föderation
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst Noord-Kennemerland, Niederlande
  • Schwedischer Reitsportverband
  • Türkische Stiftung für den Kampf gegen das Rauchen.

Peter und Pavol Hochschorner, Slowakei, Sieger im Wild-Wasser-Paddeln bei den Olympischen Sommerspielen 2000, haben in der vom Olympischen Komitee ihres Landes durchgeführten Kampagne „Saubere Spiele“ eine aktive Rolle gespielt. Das Komitee arbeitet mit dem Slogan: „keinen Alkohol, keine Drogen, kein Doping, kein Tabak“. Die Brüder sind Nichtraucher und Vorbilder für ein sportliches Leben ohne Tabakrauch. Damit sind sie ein Gegenpol zu den gefährlichen Botschaften der Tabakindustrie, die in der Werbung häufig das Image ihrer Sportdisziplin ausnutzt, um dem Rauchen einen glamourösen Reiz zu verleihen.

Janica und Ivica Kostelic, Kroatien, Siegerinnen bei den Weltmeisterschaften im Slalom und mehrfache Goldmedaillenträgerinnen bei den Olympischen Winterspielen 2002, waren aktiv an dem staatlichen kroatischen Programm zur Bekämpfung des Tabakkonsums beteiligt. Die Geschwister traten vor allem zu Beginn des landesweiten Telefonprogramms „Gib’s auf“ in Erscheinung und beantworteten einen ganzen Tag lang Telefonanrufe. In ihrem Kontakt mit den Medien treten sie aktiv für das landesweite Anti-Tabak-Programm ein und sind damit vor allem für Jugendliche wichtige Vorbilder für ein Leben ohne Zigaretten.

Professor Raphael Oganov, Leiter des Staatlichen Zentrums für Präventivmedizin in Moskau, Russische Föderation, und Leiter der Delegation seines Landes im Zwischenstaatlichen Verhandlungsgremium für das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen (FCTC), hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) mittlerweile bei den FCTC-Verhandlungen koordiniert auftritt und sich für ein Verbot von Werbung und Sponsortätigkeit der Tabakindustrie stark macht. Er ist ein starker Befürworter von Anti-Tabak-Maßnahmen, weiß genau, wie sich der Tabak auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt, und ist ein anerkannter Wissenschaftler und eifriger Sportler.

Öffentlicher Gesundheitsdienst Noord-Kennemerland (GGD Noord-Kennemerland), Niederlande, führt ein regionales Projekt mit dem Titel „Nichtraucherteams“ durch. Das Projekt soll dazu beitragen, die Tabakabhängigkeit unter den 12–18-jährigen Amateursportlern zu verringern. Mannschaften und Teammitglieder unterzeichnen Verträge, mit denen sie sich verpflichten, nicht zu rauchen. Jedes Jahr führen die Mannschaften einen Wettbewerb durch um zu beweisen, dass sie immer noch „rauchfrei“ sind, womit sie die den „Quit-and-win“-Wettbewerben zugrunde liegende Idee aufgreifen, sich aber direkt an Jugendliche wenden und diesen Gedanken in den Sport tragen. Das nationale Olympische Komitee beabsichtigt diese regionale Initiative auf das gesamte Land auszudehnen.

Der Schwedische Reitsportverband hat 214 000 Mitglieder und 500 Reitschulen. 85% seiner Mitglieder sind Frauen. Der Verband hat 200 seiner Reitschulen zu Nichtraucherzonen erklärt und Mitglieder geschult, die in die Schulen gehen, um dort als Befürworter des Nichtrauchens aufzutreten. Bekannte Spitzensportler haben sich als Rollenmodelle an dem Projekt beteiligt. Der Verband hat es mit seiner Tätigkeit geschafft, viele im Reitsport aktive Schweden in den wichtigen Kampf gegen den Tabak einzubeziehen.

Die Türkische Stiftung für den Kampf gegen das Rauchen tritt durch ihre umfassenden Bemühungen um einen politischen Kurswechsel und durch den Versuch, die breite Öffentlichkeit über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens aufzuklären, aktiv für eine Welt ohne Tabakrauch ein. Besonders aktiv hat sich die Stiftung um Ausstellungen, Ferienlager, Sport- und Kulturveranstaltungen für Jugendliche gekümmert. Auf politischer Ebene machte sich die Stiftung für die Einführung des Gesetzes zur Verhütung von tabakbedingten Gesundheitsschäden stark, das auch das Verbot jeglicher Tabakwerbung und der Verkaufsförderung von Tabakerzeugnissen beinhaltet und darauf abzielt, den Sport aus den Fängen der Sponsortätigkeit der Tabakindustrie zu befreien.

FACHINFORMATION

Haik Nikogosian
Regionalbeauftragter,
Initiative Nein zum Tabak
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 53
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: han@who.dk

Patsy Harrington
Projektleiterin, WHO-Partnerschaftsprojekt Tabakabhängigkeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 15 36
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: pha@who.dk

PRESSEINFORMATION

Liuba Negru
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, DK-2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 44
Fax: +45 39 17 18 80
E-Mail: lne@who.dk