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Welt-Nichtrauchertag

Welt-Nichtrauchertag 2002

Faktenblatt 03/02
Kopenhagen, 31. Mai 2002

Sport und Sponsortätigkeit der Tabakindustrie
passen nicht zusammen

Fakten zum Thema Tabak, Sport und Gesundheit

Sport ist lebensbejahend. Tabakerzeugnisse bringen Krankheit und Tod. Für den Profi kann der Tabak das Ende seiner Sportlerkarriere bedeuten, im Amateursport schränkt er die Leistungsfähigkeit ein.

  • Das Rauchen verringert die Lungenkapazität, verlängert die Genesungszeit und macht die Vorteile von Bewegung und Sport zunichte.
  • Herz und Lunge können nur dann richtig arbeiten, wenn genug Sauerstoff im Blut ist. Das Kohlenmonoxid des Tabakrauchs verbindet sich mit dem Hämoglobin, dem Sauerstoffträger im Blut, zu Kohlenmonoxidhämoglobin, was bedeutet, dass im Blut weniger Hämoglobin zur Verfügung steht, das die Köperzellen mit Sauerstoff versorgen kann, und dass Herz und Lunge weniger Sauerstoff zugeführt werden.
  • Das Rauchen schränkt die Sauerstoffaufnahmefähigkeit der Lunge ein. Es zerstört die Lungenbläschen, in denen der Luftaustausch stattfindet.
  • Die Lunge eines Rauchers hat eine verminderte Oberfläche und weniger Kapillaren, was bewirkt, dass das Blut nicht ausreichend fließt. Folglich werden die Lungen mit weniger Nährstoffen und mit weniger Sauerstoff versorgt, als für ihr gesundes und normales Funktionieren erforderlich ist.
  • Jedes Mal, wenn Rauch eingeatmet wird, verengen sich die Atemwege. Im Laufe der Zeit hält diese Verengung länger an und die Schäden an der Lunge sind u. U. irreversibel.
  • Alle Tabakerzeugnisse, auch der rauchfreie Tabak (Kautabak, Schnupftabak, Snuss usw.), beschleunigen, ebenso wie Zigaretten, den Ruhepuls des Rauchers, was seine Belastbarkeit verringert.

Wenn Zuschauer bei Sportveranstaltungen selbst rauchen oder dem Passivrauch anderer Raucher ausgesetzt sind, trägt das zur Entstehung von Krankheiten bei und macht das Dabeisein weniger angenehm.

Die gute Nachricht: Tabakbedingte Gesundheitsschäden sind reversibel

Je länger jemand raucht, um so eher riskiert er irreversible Schäden an Atemwegen und Lunge. Wenn man das Rauchen aufgibt, kann man dagegen die durch das Rauchen verursachte Verringerung der Lungenfunktion vermindern. Alle Raucher profitieren davon, wenn sie die Zigaretten aufgeben, auch wenn sie die Sechzig schon überschritten haben.

Die Werbe-Story

In dem von der Weltbank veröffentlichten Buch Curbing the epidemic: government and the economics of tobacco control werden die Fakten analysiert, worauf die Autoren zu dem Schluss gelangen, dass Werbung den Tabakkonsum ankurbelt und ein teilweises Werbeverbot unwirksam ist. Nach Schätzungen der Weltbank

  • hat die Tabakindustrie relativ viel Geld für Werbung und Verkaufsförderung zur Verfügung, nämlich rund 6% der Umsatzeinnahmen, was etwa 50% über dem industriellen Durchschnitt liegt, und
  • würde ein Totalverbot der Tabakwerbung, nach den vorliegenden Daten zu urteilen, in den Ländern mit hohem Einkommen bewirken, dass der Tabakkonsum um rund 7% sinkt.

Ja zum Sport heißt Nein zum Tabak

Die Organisatoren vieler Sportveranstaltungen haben freiwillig auf das Geld von Tabaksponsoren verzichtet. Das gilt z. B. für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und für den Internationalen Fußballverband (FIFA). Die Olympischen Spiele und die FIFA-Weltmeisterschaft sind die beiden größten Sportereignisse der Welt und haben durch diesen Verzicht keinen finanziellen Verlust erlitten.

1992 nahm die australische Bundesregierung ein Gesetz an, das bei gesamtaustralischen und in den einzelnen Bundesstaaten stattfindenden Sportveranstaltungen die Sponsortätigkeit von Tabakunternehmen verbietet. Das hat dem Sport nicht geschadet. Alle Fakten deuten auf das genaue Gegenteil hin. Die Sponsortätigkeit von Unternehmen erreicht in Australien Rekordhöhen und nimmt noch zu. Zwischen 1996 (als das föderale Werbeverbot für Tabakerzeugnisse und das Verbot der Sponsortätigkeit in Kraft traten) und 2000 hat sich der Umfang der jährlich von Unternehmen für den Sport gezahlten Summen verdoppelt (von umgerechnet US $350 Millionen auf umgerechnet US $700 Millionen).

Gesundheit zurückfordern

Sportverbände und Sportler der ganzen Welt wissen, dass der Tabak mit ihren Werten und ihrer Gesundheit nicht vereinbar ist. Die Sportler sind stolz auf ihre Stärke, ihr Können, ihr Engagement für den Sport und darauf, dass sie als positive gesamtgesellschaftliche Rollenmodelle fungieren können. Sie wollen nicht weiter mit ansehen, dass die Tabakindustrie den Sport manipuliert.

Die Länder fordern ihr Recht zurück, die Gesundheit ihrer Bevölkerungen schützen zu können. Die 191 Mitgliedstaaten der WHO verhandeln über ein globales Gesundheitsabkommen, das die tabakbedingten Sterbefälle reduzieren soll, nämlich das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen (FCTC). Darin wird nach globalen und nationalen Lösungen für Probleme wie Tabakwerbung und Tabakschmuggel gesucht, Probleme, die keine nationalen Grenzen kennen und in allen Kulturen, Altersgruppen und sozioökonomischen Schichten zu finden sind. Das FCTC ist der Aufruf, die internationale Überwachung und rechenschaftspflichtige Verantwortlichkeit walten zu lassen, die normalerweise mit einem auf dem internationalen Markt frei zugänglichen Verbraucherprodukt einhergehen.

Weitere Auskunft erteilen:

FACHINFORMATION

Haik Nikogosian
Regionalbeauftragter,
Initiative Nein zum Tabak
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 53
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: han@who.dk

Patsy Harrington
Projektleiterin, WHO-Partnerschaftsprojekt Tabakabhängigkeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, 2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 15 36
Fax: +45 39 17 18 54
E-Mail: pha@who.dk

PRESSEINFORMATION

Liuba Negru
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Scherfigsvej 8, DK-2100 Kopenhagen Ø,
Dänemark
Tel.: +45 39 17 13 44
Fax: +45 39 17 18 80
E-Mail: lne@who.dk

Pressemitteilungen auf der Webseite
 http://www.euro.who.int